„GO WITH THE FLOW“

Der erste Tag ist zu ende. Ganz ehrlich, ich wusste nicht was mich erwartet. Ich habe es mir ausgemalt, aber dass es so viele erste Male für mich geben würde, damit habe ich nicht gerechnet.

Das „Schlimmste“ kam gleich am Anfang. Da ich erst drei Tage nach dem offiziellen Start vom SXSW in Austin angekommen bin, habe ich mir Allianzen vor Ort gesucht die sich die ersten Tage anguckten und dann mir berichten.
Das war auch nicht das Problem. Klappte super. Heute Morgen, nach dem ich gestern komatös ins Bett gefallen bin, schrieb ich eben diesem Kontakt eine What´s App mit den Worten:“ Hi und wo drauf soll ich achten, wo muss ich hin, was soll ich vermeiden?“

Die Antwort kam prompt:“ Go with the flow.“

WHHHAATTTTT! Okay ich wusste dieser Trip wird eine Challenge, aber so eine? Ich plane alles, bis hin zu wann ich ein Zeitfenster habe um aufs Klo zu gehen, wenn ich zu solchen Events gehe. Und jetzt diese Antwort?
Okay wow Challenge, aber I do my very best.

Da wir noch keinen Plan hatten wo was ist, erst einmal total gegen die Regeln ab ins Taxi. Der Coole SXSWler fährt Uber oder Lyft, aber hey sutche mit den Frischlingen.
Ging auch super flott und zack waren wir da. Registrierung ging auch super schnell und dann das: Wir waren zu früh. Oh Gott sind wir deutsch. Aber egal Vorfreude hat uns hergetrieben und zu sehen gab es schon genug. Die Menschen hier alleine sind es schon wert.

Als sich dann um 10:00h die Türen der Hallen für uns öffneten haben wir gleich das erste von heute noch vielen krassen Gesprächen gehabt. Eine Innovation die mittels einer API es zulässt, dass man auf Fahrradspeichen Bilder spielen kann und dieses nach Location, Wetter und Uhrzeit ausgespielt. Liebe Freunde von JvB Karte habe ich für euch eingesteckt. Das Krasse ist aber die Herkunft dieses Mannes. Er kommt aus Fukushima. Richtig der Stadt wo vor einigen Jahren die Katastrophe im Atomkraftwerk stattgefunden hat. Spannendes Leben lebt er und er hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit seinen Innovationen einen Weg aus der Katastrophe zu finden.

Auch in der Trade Show hier stehen wir mit einem German Pavillon. Was ich mich nur fragte:“ Warum hängen da Bilder von Merkel, Steinmeier und Zypries? Ah einer der nächsten Stände sollte es zeigen, Merkel ist hier so etwas wie das Gütesiegel für Qualität. Das war nicht der einzige Ort wo sie mir noch begegn sollte. Mh vielleicht sollten wir in Deutschland darüber nachdenken den TÜV gegen Muddi Merkel zu tauschen. Scheint international gut anzukommen.

Der erste richtige Vortrag des Tages sollte uns nun zur NASA und Lego treiben. Hier lernten wir auch gleich, das frühes anstehen in Austin wirklich Sinn macht. Heiliger die Schlangen sind echt mal noch eine Hausnummer mehr. Und der richtige deutsche ist ja so ein unglaublich geduldiger Menschen. „Go with the Flow Franzi, go with the Flow“
Der Vortrag ging um Open Innovation. Die nächste Form der Innovation. Was ist dieses im Kern? Eigentlich sagt uns dieses nur die logische Evolution der Innovation. Nach dem die Menschen meine Marke oder mein Interessensfeld inhaliert haben, sind sie selber die besseren Entwickler meiner Marke. Was machen also Lego und NASA? Sie geben ihr Produkt ein stückweit in die Hände ihrer Benutzer oder bei der NASA in die Hände der Menschen, die sich für sie interessieren.

Aber warum sollte man dieses tun? Es liegt auf der Hand, ganz klar es spart einfach Geld. Am Beispiel Lego. Hier kann die Community unterhalb des Jahres Vorschläge für neue Produkte machen und welches Produkt am Ende 10.000 Zustimmungen erhält kommt am Ende in die engere Entscheidung und wird im besten Falle produziert. Da die Community diesem Prozess folgt, sind dies Produkte fast immer so gut wie sofort ausverkauft.

Bedeutet 0€ in der Entwicklungsphase, Invest in der Produktion und dann direkter Revenue beim Verkauf.

Oder die NASA hatte das Problem, wenn ihre Astronauten nicht aus ihrem Abzug dürfen, wohin dann mit dem Urin und dem naja ihr wisst schon dem anderen. Auf diese Frage hat die NASA 5000 Einreichungen von überall auf der Welt bekommen.
Naja auf eine Challenge mit dem Titel „Space Poop“ hätte ich mich auch sofort beworben.

Fazit, wenn manchmal kommen die besten Innovationen schon gar nicht mehr aus den eigenen Reihen, sondern von den Konsumenten selber.

Aber wisst ihr was an diesem Vortrag besonders spooky war? Mitten im Vortag lief es mir eiskalt den Rücken runter. Ich guckte nach vorne, der Vortrag lief und mein Blick schweifte ab auf den Banner der Hinter den Speakern hang. Dort stand in riesen Buchstaben: SXSW 2018. Ahhh machte es in meinem Bauch. Ich bin wirklich hier. Ich fasse es nicht.

Und als ich eh gerade in meinen Bauch horchte fragte ich mich:“ Sage einmal, hast du echt schon wieder Hunger?“ Leute es riecht hier einfach konsequent überall nach Essen! Wahnsinn, dieser BBQ Geruch, da hüpfen die Speicheldrüsen echt von 0 auf 1000.

Egal, Franzi Focus: Erst einmal Ziegenbabys streicheln bei Viceland. Ja ihr lest richtig bei Vice kann man Ziegenbabys streicheln und glaubt mir jeder Infleuncer hier der etwas auf sich hält sitzt dort und tut dieses auch.

Dann nächster Vortrag What is next? Gestensteuerung, Touch, Stimme, was kommt nun?
Der Vortrag war wohl nicht nur mir im Programm aufgefallen, zumindest war die Schlange so lang wie drei Stationen U1 in Hamburg.
Spannend 9 von 10 Amerikanern nutzen eine Form von AI (Artificial Intelligence) zu Hause bei sich, aber nur einer von fünf hat ein Amazon Echo zu Hause. Warum ist das so?
Die Menschen erwarten einfach jetzt schon mehr von AI als es eigentlich kann. Es ist wichtig den Menschen beizubringen das diese künstlichen Intelligenzen von uns lernen müssen. Eine gute AI ist nur so gut, weil wir sie mit Daten angefüttert haben.

Beispiel: „Alexa spiele mir traurige Musik vor.“ Woher soll Alexa wissen was traurig ist, wenn es ihr keiner beigebracht hat. Das ist ja das Schöne an Alexa, dort sprechen wir von Skills. Diese Skills = Fähigkeiten muss ich einer Alexa aber erst einmal beibringen.

Das selbe bei den so viel gerade gelobten Chatbot. Die werden auch immer cleverer und wissen wie sie mit ihrer Zielgruppe interagieren müssen. Manche so sehr, dass die Grenzen zwischen echt und fake so sehr verschwimmen, dass die Menschen diesen Bots Selfies von sich schicken. Oh Gott ich sehe uns bald alle beim Bottherapeuten unsere Sorgen ausplaudern.

Aber mal im Ernst. Ich sehe ein wenig schwarz für Deutschland in diesem Vortrag, denn das Fazit hier ist es, dass die AI am meisten lernen kann, wenn irgendwann eine AI der anderen AI etwas beibringt.
Wir Deutschen hassen aber nichts mehr, als wenn etwas nach der Entwicklung nicht sofort funktioniert. Wie sollen wir denn damit leben, das wir etwas auf den Markt bringen, welches dann erst mit der Zeit intelligenter wird?
Plus das es auch ein Problem ist, warum ein Echo noch nicht so verbreitet ist, dass die Menschen schnell frustriert werden, wenn das Echo nicht so reagiert wie sie es wollen. Oh ha wie soll das denn erst in Deutschland sein? Da macht der gute Deutsche doch sofort von seinem 14 Tage Rückgaberecht gebrauch.

Naja wie gelernt eine gute AI ist nur gut, wenn sie viele Daten hat und diese jeden Tag erweitert. Ich rate euch also fangt heute an, wenn andere Smart sind, wird es schwer diese Reise aufzuholen.

Dann gingen wir wieder mit dem Flow und dieses Mal mit dem Flow das der Magen war nicht mehr richtig froh (oh Gott der war wirklich flach). Ab ins German Haus zum Mittag! Lecker BBQ und Bohnen, gute das ich kein Astronaut bin 😉
Hier wurden die ersten Gespräche über Cannes geführt.
Fazit 1: In Texas gibt es weniger Leinen und der Rosé ist hier Bier.
Und Hugh Jackmann macht jetzt in Fairtrade Café. Achtung George du bekommst jetzt Konkurrenz.

Danach ging es noch durch einige Ausstellungen von Sony und von Mercedes. Die Markenwelten fahren hier wirklich auf und alles ist ein einziger Spielplatz. Hands on ist das Motto, alles ausprobieren und testen. Wahnsinn.

Und noch mehr Wahnsinn. Wen man alles trifft. Jeder spricht einen an und so viele sind hier. Wir waren fast nie alleine. Der Kopf raucht und es war Zeit für ein neues erstes Mal: Das erste Mal Uber. Klar erwischen wir das Uber eines Veteranen, welcher aber super nett war. Man umschiffe halte die schwierigen Themen Präsident und Waffen und dann stieg auch noch ein New Yorker dazu welcher aus Philli kommt. Jetzt wissen wir wo wir noch alles hinmüssen.

Wir müssen jetzt auf jeden Fall zurück in die Stadt, denn jetzt geht das Leben auf der Straße weiter.

Euch allein einen guten Start in den Tag und bis bald in diesem Theater.

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