Rip Influencer Marketing, long live Influence?

Bei Eurobest hat alles etwas mehr von Familie. Man ist einfach ein bisschen näher zusammen.
Wo ich in Cannes 10 Minuten zum Festival laufe, ist es hier eine Minute. Das ist natürlich purer Luxus.

Um 10:00h ging es mit den ersten Vorträgen für mich los. Das ist schon einmal gleich zu Cannes. Auch das Badge und das Foto drauf sind gleich. Puh ein Glück, bin immer noch ich.;)

Aber der Rest ist komplett anders. Das florale Design des Festivals gibt einem gleich das Gefühl in einem englischen Cottage auf dem Sofa zu sitzen.

Das Festival selber ist ein kleines Keller-Kind. Aber keine Sorge, hier ist alles weiß gestrichen und auch hier macht einem das florale Muster das Leben gemütlich.

Zu sehen gibt es hier auf den ersten Blick nicht viel, aber dafür zu hören! Ein Vortrag jagt den nächsten.
Katharina und ich entschieden uns den Tag mit Girlpower zu starten. „What the Future Industry looks like?“ Vier Powerfrauen bewegen sich auf die Bühne und rocken die Stage.
Eine davon ein German Local Hero. Hannah Johnson von La Red. Hannah sagt sie ist nur in der Werbung gelandet (vorher hat sie Politik studiert), weil es die einzige Branche ist die auch Verlierer mag.

Ich glaube das Design von diesem Jahr Eurobest hat auch auf die Damen und Herren die die Vorträge machen übergegriffen. Tee trinken ist hier ein riesen Motto. Man nennt es manchmal unterschiedlich. Die einen nennen es hier FIKA = Kaffee Time. In Belgien wird dann um 16Uhr jeden Tag für 30 Minuten eine Kaffeezeit eingelegt. Zu Recht sagt sie, denn dort entstehen Synergie Effekte und Gespräche die es so vorher wahrscheinlich nicht gegeben hätte.

Wo wir auch bei einem wichtigen Punkt von Jaki Jo Hannah aus Australien waren. Krasse Frau. Was für eine Energie. Sie nimmt die Bühne komplett für sich ein.
Sie legt uns ans Herz:“ Beachtet immer H.A.L.T“ Was soll das sein? Ganz einfach: Ihr solltet nie arbeiten, wenn euch folgende Dinge gerade rumschlagen: Hunger, Wut, Einsamkeit oder ihr einfach müde seid. Es bringt nichts sich dann immer weiter zu puschen. Esst eben schnell etwas, guckt ein Katzenvideo, lasst euch einmal kurz in den Arm nehmen oder macht ein Powernap.

Gut den Tag schon einmal wieder mit energetischen Frauen gestartet. Leider folgte danach ein etwas langsamer Mann. Aber eine gute Sache habe ich mitgenommen: Unilever startet nächste Woche seine neue Kampagne und jetzt kommt es. Sie richtet sich an Männer. Aber so wie wir es bis her nicht gesehen haben. Ausgehend von Dove. Ich kann euch leider kein Video schicken, weil es die Kampagne erst ab nächster Woche gibt. Ich versuche dran zu denken euch das nachzureichen.

Ein wirklich schöner Satz den ich hier so zwischen dem Geflüster in den Sitzreihen und der Beschallung auf der Bühne aufgenommen habe ist dieser: Wir müssen den Sweetspot zwischen der menschlichen/unserer Wahrheit und der Brand Wahrheit finden.
Mal kurz lesen, wirken lassen. Na kommt schon der ahh Moment?

Dann kam ein Vortrag auf den ich mich sehr gefreut hatte, denn er hatte einen tollen Titel:“ Not another Diversity Talk.“ Aber leider war er genau das. Bestimmt waren die Menschen auf der Bühne ganz toll. Ganz sicher sogar. Jede für sich hatte eine tolle Story zu erzählen, aber am Ende war es dann doch „Just another Diversity Talk.“
Stopp nein einen unterschied gab es. Sulaiman Khan, Chief Purpose Officer von ThisAbility. Ein sehr beeindruckender Mann, mit einer Behinderung. Guckt es euch an. Eine Kreativagentur von Menschen mit Behinderungen. Aber da würdet ihr bei der Seite nicht draufkommen. http://thisability.co/#about

 

Ja und dann mein persönlicher Highlight Vortrag des Tages! Plattform 13 und seine Gründerin Leila Fataar. Die ehemalige Global PR & Social Director von adidas Originals findet deutliche Worte und Zahlen zum Thema Influencer Marketing und bläst einfach einmal den ganzen Saal davon.

Sie sagt:“You lost me at Influencer.“ Und da hat sie recht. Es gab dieses Jahr ein Experiment. Es wurden zwei Seiten von Influencern rein aus Stockfotos gebildet. Wie schnell man mit diesen gefälschten Seiten Geld verdienen konnten und wie viele Manchen ihnen folgten ist sagenhaft. Wen diese Story mehr interessiert als meine: http://www.independent.co.uk/life-style/gadgets-and-tech/social-media-experiment-fake-instagram-accounts-make-money-influencer-star-blogger-mediakix-a7887836.html

Ihr ging es sehr stark darum, dass Infleuncer nicht Social Influencer sein müssen sondern Cultural Influencer. Brands müssen ein eigenes Standing bilden, für das sie stehen, aber genau so müssen die Infleuncer auch selber zu diesen Goals authentisch stehen. Ein Infleuncer der heute dieses und morgen das Produkt in die Kamera hält ist bald nichts mehr wert. Genauso wie bei den Marken, werden sich auch bei den Influencern die herauskristallisieren, die eine Meinung haben und ein wirklich authentisches Gesamtbild abliefern.

Geile Frau! Mehr kann ich dazu nicht sagen. Sehr inspirierend.

Was ist eigentlich außer den Vorträgen noch so los bei Eurobest?
Es werden Podcasts aufgenommen, man kann die eingereichten Arbeiten sehen, aber alles in allem ist es sehr familiär. Man wächst zusammen hier. Viele kennen sich. Man tauscht sich aus. Es ist das kleine Cannes, nur gemütlicher. Aber das finde ich nicht schlimm. So fokussiert man sich auf das wesentlich. Man ist auch nicht die ganze Zeit in diesem Rush das man denkt man könnte etwas verpassen. Und wie Jan Eric heute richtig sagte:“ Es ist dreckiger.“ Die Menschen sind nicht ganz so weichgespült. Achten nicht so auf die Etikette. Das passt mir und meiner Kutterschnautze natürlich auch ganz gut.

Das stellte dann auch der letzte Redner des Tages unter Beweis. Nils Leonard. Lange Zeit bei Grey gewesen und jetzt mit seiner eigenen Agentur Uncommon unterwegs.

Nils ist der fleischgewordene Beweis für unseren Trend „Zeitgeist“. Er meint Brands sollten nur noch Dinge machen die auf unseren Zeitgeist einzahlen, weil das werden ihnen die Consumer danken.

Den Beweis tritt er selber auch an. Die Verträge bei ihm in der Firma werden nach einen wunderbaren Statement Letter einfach per Handschlag unterschrieben. Ein Handschlag ist wesentlich verbindlicher als eine Unterschrift und beide gehen mit demselben Invest in die Situation.

Zum Beispiel steckt er hinter Halo Coffee, einer komplett kompostierbaren Kaffeekapsel. Warum ist George Cloney nicht schon eher auf die Idee gekommen? https://halo.coffee/

Oder auch hinter The last Straw: https://thelastplasticstraw.org/

Er sagt Menschen brauchen einen Ort an dem sie das Gefühl haben, dass sie den Unterschied machen können. Wenn sie den Ort in den Firmen nicht finden, dann machen sie sich selbstständig. Will man das als Firma?

Ich schließe mit einem unheimlich geilen Banksy Zitat (Banksy ist der Streetart Künstler, den ihr alle als Postkarte in euren Wohnungen habt) der sagt zu Werbung dieses:

People are taking the piss out of you everyday. They butt into your life, take a cheap shot at you and then disappear. They leer at you from tall buildings and make you feel small. They make flippant comments from buses that imply you’re not sexy enough and that all the fun is happening somewhere else. They are on TV making your girlfriend feel inadequate. They have access to the most sophisticated technology the world has ever seen and they bully you with it. They are The Advertisers and they are laughing at you.

 

Wir schnacken morgen weite ihr Lieben! Gute Nacht. Und damit ihr euch nicht so aufregt, hier noch ein Katzenvideo: https://www.youtube.com/watch?v=hPzNl6NKAG0

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