Stolz und kein Vorurteil

And here we go again! Tag drei der verrückten Reise der Kreativität und Inspiration!

Heute habe ich mal ein wenig, wie man im Norden sagt, sutscher angefangen und mich treiben lassen. Ein kleines „Hallo“ an unserem Anmeldeforum für den German Beach, wo unsere Chantal die Stellung hält und German Beach Träume wahr werden und auch platzen lässt.
Dann bin ich zu den Innovation Lions und habe mich dort einmal ein wenig umgeguckt. Witzige Idee finde ich, dass es hier ein Produkt gibt das uns das schwitzen bei der Hitze abnehmen soll. Man wird einmal von allen Seiten gefilmt und schon wird ein kleiner Avatar zu unserem tanzenden Freund. Schaut euch das hier einmal an: https://www.accenture.com/us-en/event-new-face-digital

Weiter zur Ausstellung. Das habe ich aber nicht wirklich geschafft, denn auf dem Weg dorthin wurde ich von zwei Vertriebskanonen gestoppt. Die beiden Herren von „immersion“ Feeling is Believing“ hatten mir innerhalb von zwei Sekunden ein Smartphone (Android) in die Hand gedrückt. Was machen die beiden? Sie machen sich die Technik des Smartphones zu Nutze und hinterlegen Spots, Clips und Trailer (der erste offizielle wird hier Ghostbusters sein) mit Vibrationen die den Clip noch spürbarer machen. Mh das klingt doch spannend. Vielleicht verpassen wir den Trailern auf Bob noch ein paar good vibrations, oh Idee für den nächsten Ohrwurm https://m.youtube.com/watch?v=9UsUL7D_GOo Und hier noch zur Webpage, ich werde mir die beiden noch einmal näher ansehen. Wenn einer spontan Ideen hat, was er damit machen möchte, immer her damit: http://www.immersion.com

Gut dann ging es in die Schlange für einen Jan-Eric Tipp. Und ich habe ja schon an meinem ersten Tag hier gelernt, dass er ein Näschen für gute Seminare hat. Was haben wir uns angeguckt? Anderson Cooper und Anthony Bourdain im Talk. Ich fange einmal mit Herrn Cooper an. Ich verfolge ihn schon sehr lange, weil ich finde er ist ein Journalist wie ihn Deutschland oft vermissen lässt. Immer mit dem richtigen Gespür für Storys, aber im Gegenzug auch mit dem richtigen Respekt für die Situation oder sein Gegenüber. Wer ihn nicht kennt, hier ein kleiner Wiki Link https://de.m.wikipedia.org/wiki/Anderson_Cooper

Und dann interviewt er heute Anthony Bourdain. Anthony ist Koch mit einer Hammer TV Show, natürlich auch im CNN Network. Ich mache es mir einmal einfach und kopiere euch Wiki: In seinen Berichten aus der amerikanischen und internationalen Kochszene beschreibt er indiskret die Hintergründe des täglichen kochens für fremde Menschen. Auch in seinen Romanen, die immer in der Kochszene spielen, wird die Arbeit in der Küche entmystifiziert und die Welt der Gastronomie insbesondere in New York gezeigt.
Was ich genial an ihm finde, wir haben das Gegenstück zu ihm in doppelter Ausführung in Deutschland, sogar in Hamburg. Wer noch nichts von den Salt&Silver Boys gehört hat, hat jetzt einen Pflicht Websitebesuch vor sich. http://www.saltandsilver.net

So, die beiden haben wirklich interessante Themen aufgerufen. Stellt es euch so vor. Die beiden sind in ihrem Dasein als Autoren/Journalisten sehr gleich. ABER nicht in ihrem Essen. Der eine isst nie im Flieger! Er freut sich lieber auf das Essen in der Destination wo er hinreist und der andere bestellt sich egal wo er essen geht immer das Kindermenü, denn da kann er sicher sein Spaghetti Bolognese zu bekommen.
Im Folgenden nenne ich die beiden nur noch C. und B. sonst bekomme ich einen Krampf und das wollen wir ja alle nicht, sonst kann ich euch nichts mehr schreiben.
B. war gerade mit Präsident Obama in Vietnam und hat dort das Land bereist. Sehr cool war, dass er uns einen Ausschnitt der Folge gezeigt hat die nächste Woche veröffentlicht wird. Dort ist er mit Obama einfach mal in ein vietnamesisches Street Food Restaurant gegangen und hat dort gegessen. Was Obama aber besonders geliebt hat war, das asiatische Bier direkt aus der Flasche zu trinken.  Auf B. seine Frage, wann er das denn das letzte Mal gemacht hätte sagte er: Das ist laaaange her, aber in 6 Monaten sitze ich in einer Bar und trinke Bier aus der Flasche:)

Sympathisch! Aber ist er das nicht immer unser Sunnyboy Obama?

Schön zu sehen an der Debatte, um mal wieder beim rausstellen der Trends zu sein, war es das beide viel Wert darauf legen ihre Storys aus einer persönlichen Sicht zu erzählen. Ich glaube das ist auch das Geheimnis warum beide so erfolgreich sind. Sie sind nicht weit weg von Native Advertising und Bloggern. Es ist klar sehr hoch produzierter Content, aber er fühlt sich nicht gemacht an, sondern eher wie ein Blick über deren Schulter beim Besuch von Kriesenländern. Googelt euch hierzu einmal was C. während des Hurricane Katrina gemacht hat.
Beide verbringen viel Zeit in den Ländern über die sie berichten. Was wiederum die Theorie von gestern und Frau Wintour unterstreicht, dass man sich viel Zeit nehmen muss für eine gute, relevante Story.
Eine Story die meine Theorie der frühkindlichen Bildung unterstreicht ist es, dass B. schon als Kind immer gute Filme geguckt hat und dieses in ihm den Wunsch auslöste hat gute Storys zu erzählen, wovon er jetzt profitiert.
Kleiner Tipp von B. an uns alle hier in Cannes oder an euch alle die bald in den Urlaub fahren:

Geht nie was essen dort, wo es Bilder in der Menükarte gibt!

Schöne, sehr aktuelle Story: C. war gerade in London, nach 6 Monaten das erste Mal wieder im Urlaub. Da passierte die Tragödie in Orlando. Er nahm den nächsten Flieger und berichtete von dort. Aber nicht damit CNN die ersten sind die von diesem schrecklichen Ort berichten, sondern weil er durch seine Erfahrung in dem Business weiß, dass die Familien der Verstorbenen gerne die Geschichte zu dem Menschen erzählen, als immer nur zu lesen das er ermordet wurde. Hier könnte es natürlich auch helfen, das C. selber gay ist und ein hohes Standing in dieser Community genießt.
Und zum Schluss, wie bei allen Gästen aus Amerika: Trump.
Aber C. hat ein sehr schönes Interview mit ihm gehabt wo er zu ihm sagte: „Sorry Herr Trump, aber jetzt argumentieren sie wie ein 5 Jähriger“ seht selbst https://m.youtube.com/watch?v=suKJhNUiAC0

So ich sage mal #DankeJanEric, hat sich mal wieder gelohnt.

Dann nahm ich meine Sandalen in die Hand und versuchte wie Jesus über das Wasser zur nächsten Veranstaltung zu fliegen. Und was soll ich sagen: gesagt, getan. (Aber fragt mich jetzt bitte nicht heute Abend ob ich euer Wasser zu Rosé mache).
Ich habe mir ein Plätzchen bei Shakespeares geheimen Liebe Gwyneth Platrow ergattert. Ich habe mir gedacht die Frau muss ich doch ein wenig besser verstehen, wenn ich in 9 Tagen ihrem Ex zujubeln will.

Gwyneth Talk wurde live aufgezeichnet für den sogenannten Hardtalk. Und Aufhänger war ihre Plattform Goop, welche sie 2013 zum meist gehassten Celebrity gemacht hat. Gwyneth fragte sich damals selber: „Warum ich? Warum nicht Chris Brown?“(der hatte damals Rihanna einen auf die Nase gegeben, weiß heute aber auch keiner mehr)
Wem Goop nichts sagt. Seht selber http://goop.com. Eine Lifestyle-Seite welche als Rudireißer-Produkt einen goldenen Dildo hat für 15.000 Dollar. Wie sagte sie so schön dazu:„Das sind Dinge die man sich halt erarbeitet im Leben“ es gab ordentlich Lacher wie ihr euch bestimmt denken könnt.

Interessant für uns zu hören ist: Sie hat das ganze 2008 gestartet, weil sie sowieso immer schon viel Geschrieben hat, also Content produziert hat und irgendwann hat sie sich gedacht: „Warum nicht für alle, nicht nur für Freunde, schreiben.“ Also auch hier wieder Content is King. Mittlerweile ist ihr Business so erfolgreich das sie mehrere hundert Angestellte hat und sie erst wieder nächstes Jahr frühestens Filme machen will. (Ihr rutschte kurz raus, dass es sein könnte, dass es Iron Man ist ups).

Und dann spricht sie von einem Trend den ich euch schon einmal mitgegeben habe. Zurzeit macht sie mit Goop Popup-Stores wo sie ihre Waren verkaufen, aber auch sie denken über einen festen, realen Store nach. So langsam entwickeln sich alle aus dem Netz auch wieder Produkten zum Anfassen.

Mal so by the way sie hat 2,5 Millionen Follower auf Instagram, so gehasst kann sie heute nicht mehr sein!

Und zum Schluss gibt sie noch einen Tipp für alle Frauen die auch irgendwann einmal ihr eigenes Business gründen wollen (Frauen Ohren auf) Glaubt an euch selbst, glaubt an eure Instinkte und folgt diesen auch! Dann werdet ihr es weit bringen.
So das war doch nett. Ein Hollywoodstar der jetzt Unternehmerin ist und alleinerziehende Mutter. Das verkauft sich doch immer gut. Und in dem Jahr wo der Detox Jogurt hier so ungefähr alles abräumt, ist diese Dame hier auch genau richtig!

Und jetzt alle in die Stühle setzten, den Sicherheitsgurt am Gehirn festschnallen und los geht die Fahrt!

Es geht weiter mit FACEBOOK! OMG!!

Auf der Bühne als erstes Nunu Ntshingila, sie ist die Facebook-Chefin aus Afrika. Sehr süße, sehr souveräne, sehr sympathische Frau. Sie nimmt uns ein wenig mit auf die Reise durch ihr Land und was Facebook ihr Gutes getan hat. Menschen die miteinander verbunden sind. Und dieses miteinander verbunden (connected) ist das Wort das diesen Vortrag die nächsten 45 Minuten bestimmt. In ihrem Land haben Menschen schon immer sehr viel auf der Straße verkauft und keine Chance gehabt dort wirklich aus der Masse heraus zu stechen. Dank dem Internet und Facebook haben jetzt viele angefangen ihre Waren dort zu verkaufen. Das hat schon bei vielen so einiges Bewirkt.
Desweiteren erklärt sie uns, dass wir uns in der vierten Phase der Industriellen-Revolution befinden. In der der weltweiten Verbundenheit (Global Connectivity). Macht Sinn in meinen Augen.

Und dann bittet sie einen Mann auf die Bühne, den ich glaube ich vor 4 Jahren beim ADC um 9:30 Uhr morgens gesehen habe und der mich damals schon völlig fasziniert hat. Marc D‘Arcy (aber nicht den aus Stolz und Vorurteil, aber lustige Eltern muss er haben). Er sagt wir fahren ein in eine Zeit der Verbundenheit, wie wir sie bisher nicht gekannt haben. Das Ganze passiert durch:

Change, Disrupt und Rewrite.

Was bedeutet das? Wir müssen die richtigen Storys, die richtigen Ideen für die Menschen kreieren. Ich lese zwischen den Zeilen, die richtigen Menschen erreichen wir durch FB denn sie wissen ja wer sich auf ihren Plattformen bewegt. Marc sagt wer jetzt durchatmet weil er sagt: „Wir sind doch jetzt schon alle so beschäftigt mit dem was wir tun. Wann sollen wir denn noch diesen Wandel vollführen? Bei all den Plattformen die sich jetzt schon da draußen befinden.“
Ich glaube diese Frage haben sich so einige von uns und gerade unsere Kunden auch schon oft gefragt. Marc sagt: Die kreativen sind der Schlüssel. Gute Ideen mit guter Kreativität öffnen diese Türen.
Die Frage ist nur: Wie schaffen wir es, dieses neue Zeitalter noch schneller einzuleiten, denn wir brauchen es ­­- JETZT.

Er gibt uns ein Beispiel:
1949 hat ein Kreativer in New York das erste Mal einen Arter und einen Texter zusammen gebracht. Das gab einen großen Einfluss auf die Werbung wie wir sie heute haben.
1970 hat in London BMP das Account Planing, also ZG Recherche etc. eingeführt, auch das gab eine riesen Veränderung und kommt uns heute so normal vor.
2000 haben wir angefangen isolierte Digitale Recherchen anzufangen.
Was müssen wir heute tun? Wir müssen zusammen kommen. Je mehr wir verbunden sind, desto besser können wir arbeiten. Ideen von heute müssen nicht nur von uns geboren werden, sondern können auch von anderen Leuten entstehen. Viele Leute sind sehr beschützend auf ihre eigenen Ideen, dass ist heute der falsche Ansatz.

Viele Brands fragen nach Ideen die noch nie da waren. Das ist schlecht! Denn man sollte lieber Dinge, die da sind verbinden mit neuen Ideen. Schönes Beispiel ist hier das er die Entwicklung von der Kerze hin zu einer Energiesparleuchte heute gezeigt hat.

Das Herz von der Verbundenheit ist Zusammenarbeit. Das fängt bei ihm damit an, dass Brands eine Verbindung zu ihren Kreativen brauchen. Und die Kreativen im Team auch mit anderen Firmen, vielleicht komplett anderen Sparten, um auf andere Ideen zu kommen. Und auch er sagt: „Bewegt euch schnell und zerbrecht auf dem Weg einiges“.

Und zur Frage, wie soll Kreativität mit Technologie umgehen? Ganz einfach, guckt euch Instagram an. Es gäbe kein Instagram ohne den Fotografen. Verbindet Kreativität und Technologie. Und auch hier am Schluss: Verbunden können wir alles schaffen!!!  Und wie immer nach einem Facebook-Vortrag hat man das Gefühl man kann alles schaffen.

Puh da bleib ich doch mal sitzen und gucke mir eine Ikone der Werbung an: Bob Greenberg. Und was da denn los? Er fängt an zu reden und sagt: Wir sind überall so Verbunden, warum sind wir es nicht auch an unserem Arbeitsplatz? Wir brauchen Teams keine Einzelkämpfer. Ich frage mich: Sind er und Marc in einem Hotel?

Bob Greenberg hat in New York gerade sein neues Büro eröffnet. Dieses Büro eröffnet sich über zwei Fußballfelder übereinander. Wahnsinn.  Sein Architekt hielt eine kurze Rede und erzählte so etwas unfassbar Spannendes: 1960 haben wir deutschen die heutige Form des Open Plan erfunden. Das Ganze hieß dann damals noch Bürolandschaft. Wer mir nicht glaubt: http://humanspaces.com/report/history-of-office-design/
Aber klar das hat damals keinen in Europa interessiert, aber die Amis haben es übernommen.

So und nun leite ich euch einfach weiter zur Seite die R/GAs neues Design beschreibt. Nur ein paar Facts: Sie haben Lampen die komplett das Tageslicht von Draußen wiedergeben, sie haben zur Orientierung Beacons, die auf eine App reagieren und dann anzeigen, welches Team an welchem Ort gerade arbeitet und Screens, die über ihnen installiert sind laufen aktuelle und gewesene Arbeiten für ihren Brand.
Was ich das clevere an diesem Design finde und was er selber nicht gesagt hat: Es vereint alle Wünsche der Millenials von heute, und bringt sie entgegen ihrem eigentlichen Wunsch zu mehr Work-Life-Balance, etc. wir kennen es alle, wieder mehr dazu länger zu arbeiten. Denn auch das kennen wir alle: In einem guten Team (und damit meine ich nicht „Toll, ein anderer macht’s“) macht die Arbeit doch gleich wieder sehr viel mehr Spaß! https://www.rga.com/about/workplace

So ihr Lieben mein Kopf ist leer, für den Moment!

Aber ich möchte mich an dieser Stelle noch gerne einmal bedanken. Von so vielen von euch habe ich so tolles Feedback auf meine Berichte bekommen. Es macht natürlich noch viel mehr Freude für euch zu schreiben, wenn man merkt, dass ihr euch so über meine Arbeit freut.
Und darum tue ich jetzt etwas, das ich nicht abgesprochen habe, aber auf die Idee haben mich in vielen Gesprächen die unterschiedlichsten Leute gebracht.
Ich werde, wenn ich wieder da bin, einen Blog aufmachen. Auf diesem werde ich dann regelmäßig über meine Arbeit schreiben und wer mag ist dann herzlich eingeladen ihn zu lesen.

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Abend. Ihr kennt es, ich hüpfe in neue Klamotten und ab zur Award Show. Morgen früh gibt es dann News wie der Abend so war.

Ahoi und Tschöss!
Franzi

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