Tipp des Tages: Ein Tag im Altersheim, empfohlen von einem Rockstar.

Es geht los, es geht los, es geht los jajajajajajaja – die OMR Konferenz 2017 startet. Der Wecker geht um 05:30, aber der innere Wecker klingelt bei mir schon seit 0:00h am Vortag. Eigentlich hätte ich auch gar nicht ins Bett gemusst. Die Vorfreude auf das was kommt, war einfach zu groß. Meine Synapsen spielten sich schon einmal mit deutschem Ping Pong warm, damit sie nachher im Olympiastützpunkt der Chinesischen Ping Pong Meister auch mithalten können.

Die Liste der Referenten las sich schon einmal wie die Bucketlist „People to meet before you die“ und die Ankündigung der Aftershow-Band klang für meine Sinne wie ein flüssiger Schokoladenbrunnen im Schlafzimmer.

Beim Betreten der OMR Halle stellten sich bei mir aber zu allererst Heimatgefühle ein. Die Chanties waren schon auf der Bühne und schmetterten die Klänge meiner Heimat. Schön, da blieb ich doch glatt für einen Kaffee stehen.

Die Konferenzhalle war gefühlt noch ein Stück größer als beim letzten Mal und die Malle-Touristen waren anscheinend nicht bei den Chanties stehen geblieben. Die vorderen Plätze in der Halle waren schon mit allem, was Menschen noch bis vor Kurzem am Körper trugen reserviert. Ich habe trotzdem noch ein Plätzchen gefunden und beschlossen, egal was passiert: Hier gehe ich bis zum Mittag nicht mehr weg.

Eröffnet wurde die Konferenz vom Gesicht der OMR, namens Philipp Westermeyer. Aber anders als sonst, hatte er sogar selbst schon etwas für seine 5000 empfangenen Zuhörer im Gepäck. Und damit meine ich nicht nur geniale Speaker, sondern auch das Wissen um seine geniale Redaktion und sein unschlagbares Brain.

Ein kleiner Einschub vorab, wem möglicherweise weitere Details zu trocken sind, die 11Freunde haben wieder getickert und so schöne Dinge geschrieben wie:“ Finde ich erstaunlich, dass man mit Gaffa-Tape so viel Geld umsetzen kann.“ 😉
Also gerne auch nachlesen: https://www.onlinemarketingrockstars.de/liveticker/

Philipp startet ganz groß. Er läutet das Zeitalter des Digitalen Marketings ein, denn jeder ist online.

 

Unser Problem wird deutlich, wenn man sich einmal die Startscreens der Mobile Phones in Deutschland, den USA und China anguckt und vergleicht.
Die Amerikaner haben alle amerikanische Apps im Startscreen, great.
Die Chinesen haben alle chinesische Apps im Startscreen. Und wir? Tja, wir Deutschen haben 88% amerikanische Apps auf dem Startscreen. Da stellt sich die berechtigte Frage: Was ist da los?
Für Westermeyer gibt es nicht nur die GAFAs dieser Welt, sondern auch noch die BLUNs. Wer sind die denn? Booking.com, LinkedIn, Uber und Netflix. Man stellt sich prompt die nächste Frage: Warum ist dort bloß kein deutsches Unternehmen präsent, haben wir doch laut Westermeyer ganze 2000 Weltmarktführer in unserem deutschen Mittelstand? In jedem Fall will er uns sensibilisieren für den Wettkampf mit den GAFAs und BLUNs dieser Welt.
Was können wir also besser als alle anderen auf dieser Welt?
Klar, ganz klassisch, so wie wir Deutschen gestrickt sind: Performance Marketing, SEO/Affiliate. Aber das alleine reicht nicht. Wir müssen lernen, Themen nicht mehr zu trennen, sondern sie zusammenzuschmeißen. So geht gutes Marketing.
Und was ist sein Beispiel dafür? Mädels, haltet euch fest: der Thermomix. Das gute Produkt, die Thermomix-Party (Mund-zu-Mund-Propaganda), G&J machen sogar extra ein Magazin für den Thermomix.
Gutes Produkt und es gilt wieder, was wir seit Cannes predigen: Du brauchst eigentlich kein Marketing, so lange du ein gutes Produkt hast.
5-Westermeyer-Punkte für gutes Marketing sind:
1# Nischen-Influencer, so wie mein absoluter Lieblings-Influencer Fynn Kliemann https://m.youtube.com/watch?v=qB3eAeIgh-A
2# Content Recommendation
3# Natürlich, wie sollte es anders sein bei den Rockstars: Podcast. Mein persönlicher neuer Tipp: Herrengedeck.
4# Stores. Ja ihr lest richtig, er empfiehlt wieder auch von der „Online World“ in die „Real World“ zu gehen. Große Marken wie Apple, EDITED, Casper, etc. machen es vor.
5# Amazon Marketing. Noch ist es günstig, aber es wird sehr bald teurer.

Super Vortrag, Herr Westermeyer. Danke dafür und jetzt, nachdem er in seinem #5 Werbung für Amazon gemacht hat, folgt sogleich der nächste Teil des GAFAs.

Hier kommt Andrew BOZ von Facebook.
BOZ ist seit 11 Jahren bei Facebook, kommt auch von der Elite Uni Havard und kommt auf der Bühne eher rüber wie der Nachbar von nebenan.
Schnell wird aber klar, der hat mehr auf dem Kasten. Er startet aber seinen Vortrag so, wie ich euch seit einem Jahr den Trend aus Amerika predige: Mit Bildern von seinem Kind (auch auf seinem privaten FB Profil zu finden https://www.facebook.com/boz)
und Partyfotos von den Anfängen von FB. Kleiner Seiteneinschub, auf keinem dieser Partybilder sieht man Mark Zuckerburg. Der war meistens fleißig, wie wir später erfahren.

Für ihn ist das Mobile Phone die größte Innovation. Jetzt ist es aus seiner Sicht wichtig, sich für die Innovation zu strukturieren.
Veranschaulicht am Beispiel Facebook: Sie wussten immer schon, dass ihr Hauptbusiness die Connection von Menschen ist. Darum sind sie relativ schnell von einer Desktopvariante auf eine Mobilevariante von Facebook gewechselt. Wenn man aber den Aspekt vom Hauptbusiness seines Unternehmens aus dem Auge verliert, wird man früher oder später scheitern.

Was musst du also tun?
Erst verstehe, was es ist, was du mit einem Unternehmen tust; dann adaptiere neue Techniken und strukturiere dich in dem was du tust; zu guter Letzt bekenne dich zu diesen Veränderungen.

Okay, das lassen jetzt alle einmal sacken und gucken sich dieses Video an:
https://m.youtube.com/watch?v=OTHbFb1fNy4
Nothing happens over night.

Ich hoffe, alle diejenigen, die immer noch weiterlesen, haben sich auch das Video angeguckt. Denn nur dann können sie verstehen, was für eine Motivationsgranate ist und gleichzeitig was für ein „Hauseinstürzungskommando“ dort auf der Bühne steht.

Gary V. Er ist der Mann, nach dem sich viele in der Online Marketing Branche strecken und einer der Wenigen, der das Recht hat, so zu sprechen, wie er spricht.
Erstens wirft er uns vor, eine Generation der Menschen zu sein, die nur Headlines lesen.
Wir lesen und lesen und lesen. Wir haben Halbwissen und 1000 Theorien darüber, wie hier draußen die Welt läuft. Aber das Traurige daran ist, dass nur die Wenigsten das Wissen haben und vor allem einfach mal MACHEN, nämlich den Arsch hochbekommen und einfach mal etwas umsetzen.
Viele Menschen haben so viele Dinge im Kopf, von denen sie sagen, dass sie sie machen wollen, sind aber meilenweit entfernt davon, sie wirklich zu tun.
Darum rät er jedem, in den Spiegel zu gucken und sich selbst zu fragen: „Bist du pragmatisch?“
Arbeitet ihr von 9-17:00h, geht dann nach Hause und macht dann noch etwas, das euch erfüllt?
Er gibt uns einen, wie ich finde ich sehr guten Tipp: Geht in ein Altersheim für einen Tag. Wenn ihr dort für einen Tag gearbeitet habt, werdet ihr merken, dass das Schlimmste, was euch im Leben passieren kann, ist, dass ihr bereut, gewisse Dinge nicht getan zu haben.
Na, wie ist euer Fazit jetzt? Ich lasse euch hier mal mit einem Cliffhänger.

Dann sagt er noch, BtoB ist Facebook wichtiger als jemals zuvor geworden. Wichtig ist nur, dass man hier seine Story passend zu der Plattform erzählt. Weiterhin ist Instagram laut Gary gerade die wichtigste Plattform für Influencer.

Ich empfehle euch, entweder auf der Autofahrt seinen Podcast zu hören oder einfach mal in seinen Youtube-Kanal reinzuschauen.
Danach fällt es einem sehr schwer, die nächste Serie zu gucken, wenn neben einem doch so viele Möglichkeiten der Selbstverwirklichung schlummern.

So Leute, jetzt haben wir alle den Arsch voll bekommen. Und jetzt habe ich zumindest für uns Frauen ein paar aufbauende Worte zum Persönlichen Sein parat. Denn als nächstes folgt der Vortrag von Philippe, einem der Mitbegründer von Refinery29 http://www.refinery29.de.
Seine Botschaft ist kurz und knackig und danach entlasse ich euch einfach mit der HP, dem Instagram Account und allem, was sie sonst noch zu bieten haben: Wir befinden uns in einer Zeit, in der Frauen so powerful sind, wie noch nie zuvor in der Geschichte.
Hier dazu ein schöner Trailer: https://vimeo.com/163891546
Schöne Seiteninfo: 85% ihres Traffics kommt von ihrer Facebookpage.

Dann wurde ein Podcast mit dem Gründer von Trivago aufgenommen, in dem er ganz schön rasiert wurde. Wenn der online ist bei den Rockstars, müsst ihr den unbedingt hören.

Vor der Mittagspause noch einen kurzen Reiseplaner-Tipp: Wer nicht jeden Urlaub in einem Robinsonclub verbringen möchte, der sollte sich einmal auf www.mrandmrssmith.com umsehen. Hier findet ihr kleine Boutique Hotels zum Seele baumeln lassen.

In der Mittagspause konnte man sich leider nicht so wirklich von den Plätzen wegbewegen. Denn hier war bei den 5000 Zuhörern wirklich das Motto: Weggegangen, Platz vergangen.

Erstes Highlight nach der Pause: Der Mann, der Trump zum Präsidenten gemacht hat.
Welcher Artikel es war, der ihn hier berühmt gemacht hat – viele von euch haben ihn bestimmt schon gelesen: https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt/

Wenn nicht, lest ihn und lasst euch dann noch folgende Fakten auf der Zunge zergehen: Clinton 800 Angestellte, Trump dank Datentool 30 und dem schönen Zusatz am Ende: „Die Menschen haben sich alle gewünscht zu volontieren mit ihren Daten.“ Mh ja ne ist richtig.

Schnell ein anderes Thema platzieren, bevor wir uns hier weitere Gedanken machen, wie unsere nächste Wahl ausgehen könnte. Unsern kleinen lieben Charles hielt es schon nicht mehr auf seinem Platz. Jetzt kam eines seiner Idole auf die Bühne. Wenn ich den Namen gleich nenne, werden vielleicht gar nicht so viele wissen, wer er ist. Aber wenn ich sage: „Erinnert ihr euch an den Typen, der bei der Schneekatastrophe in New York hinter einem Auto auf einem Snowboard durch die Straßen gezogen wurde?“ Ahhh, ich sehe, jetzt klingelt es. Ja, genau dieser Mensch kommt auf die Bühne. Casey Neistat.
Gleich am Anfang seines Vortrags verriet er sein Rezept zum Erfolg: Er plant ihn nicht. Diese Aussage habe ich schon von vielen gehört und ganz ehrlich, ich weiß immer nicht in wie weit man das glauben soll. Ich glaube nicht, dass diese Planlosigkeit nicht auch eine Form des Plans ist.
Ein Beispiel für seine Planlosigkeit sagt er, ist sein Spot für Nike Fuel. Er hat sich das Budget von Nike genommen, einen Buddy und hat das komplette Budget verreist. Und die Videos die bei diesem Trip entstanden sind, die waren dann der Spot. Klingt planlos, ist aber verdammt gut geworden. Seht selber (25 Mio. Aufrufe!!!): https://m.youtube.com/watch?v=WxfZkMm3wcg

Auch Casey betet uns wieder vor, genauso wie seine Kollegen in Cannes, dass natürlich das Produkt gut sein muss. Aber er beschreibt die heutige Welt nach einem kleinen Ausraster über einen Kommentar vom Vortag zu ihm so: „Alte Kreator sind die Champagnertrinker auf der Titanic und die Influencer dieser Welt sind der fucking Eisberg!“ Das ist doch einmal eine Ansage.

So nachdem die Hütte brannte, kam dann Lisas und Lenas Kindergärtnerin. Die Europachefin von Musical.ly. Angeblich DIE aufstrebende App. Aber leider hatte diese Dame nicht viel zu sagen, außer dass sie die einzige auf der Bühne war, die Deutsch sprach. Kann man machen als Europachefin, muss man aber auch nicht.

Schnell weiter zu einem Mann, der alle schnell mitriss und das nur mit seinem Eröffnungssatz: Do you like saving money?
Was für eine Frage, na klar!
Dann solltet ihr Pepper kennen. Pepper ist die Plattform, auf der du das Gefühl hast, dein bester Freund verrät dir zu jeder Tages- und Nachtzeit, wo du wann das beste Angebot für Produkte bekommst, die du nicht zum Überleben brauchst, aber unbedingt haben willst.
Die beeindruckende Zahl. Dieser virtuelle Freund hilft der Plattform pro Minute 5700 Kaufentscheidungen zu treffen!!!
Und auch hier gilt: das Produkt ist genial und darum braucht es fast kein Marketing. Das Geheimnis, die Jagd. Denn sein Motto ist, wenn jemand einen Deal verpasst, lockt ihn sein Jagdinstinkt, den nächsten Deal zu erhaschen.

Wann der folgende Google-Vortrag online kommt, behalte ich im Auge. Der war für JvB super spannend. Es ging um den Wandel von Apps zu mobilen Websites. Sehr spannend, den besorge ich euch einmal.

Für viele folgte nun das Highlight des Tages, aber im Gegensatz zu letztem Jahr, wo mir fast das Herz stehen blieb, als Toni Hawk auf die Bühne kam, konnte ich dem Frontman von Iron Maiden jetzt anfänglich nicht so viel abgewinnen.
Dachte ich. Aber man, der Typ konnte sich vielleicht verkaufen. Er sagte, seine Ideen sind wie Mücken, die ihn stechen. Er sieht nicht, wo sie herkommen, aber dann spürt er sie. Seine Kombination von Mücken macht mir als Mensch mit Flugangst aber nur Panikpickel.
Er selber ist Pilot. So ein richtiger, der große Flieger fliegt. Eines Tages fand er raus, dass auf der Welt Flieger einfach so rumstehen und man diese günstig mieten kann. Also mietete er diese für seine Band als Tour-Flieger. Selber geflogen, meinte er, spart er ein Heidengeld. So weit, so gut mit meiner Flugangst. Aber dann kam es. Das brachte ihn auf die Idee, sich eine GARAGE zu mieten und dort nicht mehr flugfähige Flieger wieder fit zu machen und mit ihnen eine Airline zu gründen. Die passenden Piloten trainiert er dann auch noch. Insgesamt hat er jetzt 160 Mitarbeiter.
Das alleine wäre für mich schon TOO MUCH. Aber seine nächste Idee brachte ihn auch noch dazu, jetzt sein eigenes Bier zu brauchen.
Ahhh, also ein Bier brauender Airline Besitzer, der am liebsten auf seinem Nokia Phone Snake spielt. AHHHHHHH

Schnell zur Aftershow Party. Die Beginner hatten geladen und ich war nach noch 1 Stunde Konzert dann irgendwie, irgendwo, irgendwann wieder einmal komplett im OMR 2017 Bann.

Es hat sich wieder einmal komplett gelohnt. Ich glaube, auch unsere Startups haben viel mitgenommen. Wirklich eine Bereicherung für Hamburg. Für nächstes Jahr haben sie ihr Kommen in Hamburg schon wieder zugesagt, aber dann wird es langsam in der Messe echt eng.

Wir dürfen gespannt sein und ich sage, bis nächstes Jahr, liebe Rockstars!!!

 

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